Ewiggestrige spielen wohl nicht nur als Rechtsaußen in Jogis Truppe. Nein. Neuerdings sind die wohl auch als Linksaußen zu finden.
Neulich in den Nachrichten (Tagesthemen vom 07.06.2010): “Die Linken präsentieren in Kürze ihren eigenen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Der Kandidat der SPD, Joachim Gauck, sei für sie nicht wählbar.” Bitte? Wie?
Nochmal zum Mitschreiben: Joachim Gauck war in der DDR Pfarrer in Rostock. Der Pfarrer, der in Rostock 1989 die Gottesdienste leitete, die den dortigen Montagsdemonstrationen jeweils vorausgingen. Die anschließenden Demonstrationen führte er jeweils an.
Nach der politischen Wende wurde er Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und leitete die dazugehörende Behörde, die sich mit der Aufarbeitung der von der Stasi gewonnen Unterlagen und Daten der Stasi befasst hat.
Der Mann hat sich also kritisch mit dem politischen System der damaligen DDR befasst und sich nach deren Auflösung der Aufklärung der massiven Missstände der damaligen DDR-Regierung beschäftigt. Dabei ist er und die von ihm geleitete Behörde auch einigen ehemaligen DDR-Funktionären und -oberen auf die Füße getreten.
Die Partei “Die Linke” ist nach der Wiedervereinigung als “PDS” aus der ehemaligen DDR-Regierungspartei hervorgegangen. Teils sitzen dieselben Leute wie vor gut 20 Jahren bei der SED an den “Schalthebeln” von “Die Linke”.
Man sollte eigentlich meinen, diese Partei hätte es geschafft, in den letzten 20 Jahren das in den 40 Jahren davor begangene Unrecht eingesehen zu haben, und sich von diesem zu distanzieren. Eine Partei, die wirklich demokratisch denkt, hätte das geschäfft. Und der letzte Schritt dazu wäre, just eben Herrn Gauck als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten zu unterstützen.
Was bleibt, ist die Annahme, dass Linksaußen wohl genauso ewiggestrig, genauso wenig demokratisch und genauso wenig lernfähig wie Rechtsaußen ist….