Archiv für die Kategorie ‘Kunden’

Anbaggern = Werbung.

Dienstag, 31. August 2010

Anruf bei einem regionalen Sozialen Netzwerk im Vertrieb. Werbung ist gemäß den Nutzungsbedingungen in den Nutzerbeiträgen verboten. Für Veranstaltungswerbung gibt es eine eigene Werbeform, die die Werbung auch als solche kennzeichnet.

Anrufer: “Guten Tag, ich habe da eine Veranstaltungswerbung gebucht. Nun wurde mein Profil, auf dem ich auch Werbung für die Veranstaltung hatte und mit dem ich Einladungen für diese Veranstaltung an andere Nutzer versendet habe, gesperrt.”

Antwort: “Gemäß unseren Nutzungsbedingungen ist Werbung in Nutzerbeiträgen und Accounts, deren Zweck die Verbreitung von Werbung beinhaltet untersagt.”

Anrufer: “ja, aber ich habe doch nur eine Einladungsmail an Leute, die ich nicht kenne herumgeschickt, dass am $soundsovielten  in $ort das OpenAir ist und und sich die Bandmitglieder freuen, wenn die Angeschriebenen zum mitrocken dorthin kommen”.

Antwort: “Ja, das ist dann eindeutige Werbung, die so in der Form eben untersagt ist. Das ist übrigens Spam und damit nicht nur gemäß unserer Nutzungsbedingungen, sondern auch entsprechend der deutschen Gesetze untersagt”.

Anrufer: “Ja, dann erklären Sie mir mal bitte, wozu Ihre Plattform gut ist. Wenn ich eine mir bis dato unbekannte Dame anschreibe und sie um ein Date bitte, ist das ja auch Werbung und wäre dann so wie sie das sagen auch verboten. Und überhaupt: ich habe ja mit dem Versand der Nachrichten nichts verdient, ich verdiene ja erst, wenn die Leute zum Konzert kommen. Also waren die Nachrichten nicht kommerziell.”

*autsch*

Neues Einrichtungsprodukt?

Freitag, 11. Juni 2010

Neulich in einer deutschen Filiale eines weltweit (?) vertretenen nordischen Einrichtungs- und Möbelhauses mit selbst kreierten und teils eigenwilligen Produktnamen. Das Bild entstand im SB Lager-Bereich. Nun die Frage:

Ist das da an vierter Stelle tatsächlich ein L? Wenn ja: Was macht der Zettel da? Ein Feldversuch zur Ermittlung der Akzeptanz eines neuen Produktnamens? Wohl kaum.

Eine Markierung von für Kunden bereitgestellte Ware? Ein Kunde diesen Namens dürfte wohl kaum vorhanden sein. Und falls das kein L, sondern ein Z ist: ein neuer Service? Denn eine solche Markierung ist in diesem Bereich dieser Möbelhauskette bisher nicht bekannt und üblich.

Oder hat nur ein Kunde einen makabren Scherz gemacht? Hm…

Fremdschämen

Montag, 07. Juni 2010

London. Buchhandlung.

Gemütliches Stöbern der Anwesenden zwischen den Büchern.

Auf einmal tönt es in breitem Dialektdeutsch aus Richtung der Kasse: “Gibt’s hier auch Essen? Mangare?”
Irritierter Blick der Kassiererin. Hilflos fragender Blick in Richtung ihrer Kollegin.
Kunde: “Happa Happa” und macht eine kombinierte Bewegung des “Essens-mit-der-Hand-zum-Mund-führen” und des Kauens.

Kassiererin ist noch mehr iritiert.

Kunde geht schimpfend nach draußen: “So ein Saftladen. Nichtmal zu essen haben die was, und deutsch können die auch nicht.”

Ich schaue, dass ich aus dem Laden komme, ohne als Deutscher erkannt zu werden….

Wenn man zu einfach strukturiert ist….

Mittwoch, 12. Mai 2010

Aus dem Support eines sozialen Netzwerkes:

Sehe geehrtes Team[...],
Seit ein paar Tagen chatte ich mit einer Userin Namens [...],
Diese Person spioniert personenbezogene  Daten von anderen Usern aus und tauscht diese mir anderen Userinen aus.
Auch besitzt die selbe Person noch ein zweites Profil unter dem Namen [...].
Ich werde gegen diese Person eine Anzeige wegen Datenmissbrauch und Verläumdung zu meiner Person erstatten.
Ich vordere sie hiermit auf dies zu prüfen und die Userein darauf hin zu weisen das sie sich strafbar gemacht hat.
Ich bin im Desitz des Datenverkehrs die sie mit einer anderen Userinnen hatte.
Sie hat über mich Informationen eingeholt obwohl sie in keiner Weise dazu die Berechtigung besitzt.
Es wurden Pesonen und Telefondaten über mich an andere User ausgetauscht.
Ich erwarte in Kürze eine Nachricht von Ihnen!

Der Nutzer gibt also seine Daten freiwillig im Rahmen von privatem Kommunikationsverkehr (private Messages) an eine andere Nutzerin weiter und beschwert sich dann beim Betreiber des Netzwerkes darüber, dass diese die Daten ihrerseits fröhlich weiter tauscht und verlangt vom Betreiber Maßnahmen dagegen.

Und morgen gehe ich zur Telekom und beschwere mich darüber, dass ich dauernd Werbeanrufe bekomme, weil ich der komischen Callcentertante letzte Woche per Telefon meine ganzen privaten Daten heruntergebetet habe….

Manchmal, aber nur manchmal wundere ich mich über die absurden Gedankengänge mancher Mitmenschen. Oder sind wir doch nur in einem großen Kindergarten?

Weibliche Helfer gesucht

Donnerstag, 06. Mai 2010

Aus dem Support eines sozialen Netzwerkes:

Hilfe ich habe einen Apfel PC und ein Bild ist auf dem mi.. PC und bekomme es nicht in mein Profil. Weibliche Helfer zwischen 47 und 52 Jahren wären mir sehr angetan.

Schlangen beim Discounter

Mittwoch, 21. April 2010

Bekannter Discount-Supermarkt. Das Geschäft ist gut gefüllt. An der Kasse hat eine von zwei Kassiererinnen das “Kasse geschlossen” Schild auf’s Band gelegt. Alle Kunden stellen sich daraufhin nur noch an der verbleibenden Kasse an. Die Dame an der (bald) geschlossenen Kasse kassiert die letzte Kundin, seufzt und meint “Puh, jetzt mal ne Pause machen”. Steht auf und will mit der Geldkassette in Richtung Pausenraum.

Blick in den Laden: lange Schlange an der verbleibenden Kasse. Irritierter Blick. Resigniertes Seufzen. Kaum sind die ersten Kunden bei ihr wieder dran klingelt’s auch schon für die Eröffnung der dritten Kasse…

Computer Kreativleistung

Montag, 19. April 2010

Das Logo hatte der Kunde oder ein Bekannter von ihm vor einiger Zeit selbst entworfen.

Kunde  zu Agentur: “Bei unserem letzten Meeting erwähnten Sie, dass es gewissen Überarbeitungsbedarf für das Logo geben würde”

Agentur: “Richtig, das sehen wir auch noch so.”

Kunde: “Alles klar. Ich bin dafür offen. Dann mache ich mich mal auf die Suche.”

Agentur: “Eh… Sie suchen – was?”

Kunde: “Na einen Logo Creator”

Agentur: “Da brauchen Sie nicht zu suchen.”

Kunde: “Ah fein. Sie haben so etwas? Können Sie mir die Software per E-Mail schicken?”

Agentur: Schweigen. (Das ist einer der Momente, an denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen sollte.)

Agentur (nach etwas Pause): “Ähm. Computer können ja viel. Aber glücklicherweise noch nicht ganz die Kreativleistung des Menschen ersetzen.”

Kunde:  lacht “Ahhh verstehe… wissen Sie, ich kenne mich da nicht so aus”.

Online nicht online bestellen

Freitag, 16. April 2010

Onlineshop eines Anbieters von Car Hifi Geräten und -Zubehör sowie Halterungen für Handys und Navis.

Durchsicht der Websitestatistiken, um Ansätze für das Marketing zu finden. Liste mit den Suchbegriffen, über die die Kunden auf den Shop kommen

“Handyhalterung nicht online bestellen” – Aufenthaltszeit dieses Kunden im Online-Shop: 33 Minuten.

Andersrum

Donnerstag, 15. April 2010

Schwedisches Möbelhaus. Mutter und Tochter in der Lagerhalle, suchen offensichtlich intensiv und verzweifelt den gewünschten Artikel. Schließlich wenden sie sich an einen Verkaufsberater am Tresen: “Schauen Sie, wir suchen dieses Regal da, nur andersrum. Also statt vertikal horizontal. Sie haben das doch auch.” Der Verkäufer überlegt kurz, grinst und antwortet: “Hm. Also wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann habe ich eine Lösung für Ihr Problem. Nehmen Sie das dort vertikal stehende Regal doch einfach und legen es horizontal hin”.

Peinliches Schweigen. Hastiges “Dankeschön”.

Mitleid erwünscht

Mittwoch, 14. April 2010

Ab und zu wird es hier auch Beiträge geben, die manche Sachverhalte aus Dienstleistersicht schildern.
Ein Fall, der im Support eines größeren regionalen sozialen Netzwerks auflief.

In einer Beschwerdemail der Mutter einer 11-jährigen Nutzerin wurde dem Betreiber direkt die Erstattung einer Anzeige gegen ihn angekündigt (“ich werde Anzeige gegen Ihnen erstatten”), da die Tochter – trotz Jugendschutzfilter auf dem heimischen PC – über nicht jugendgeeignete Inhalte, die von einem anderen Nutzer veröffentlicht worden waren, gestolpert sei. Die nähere Betrachtung des Falles zeigte, dass eine Adresse zu einer Seite mit Inhalten die nicht jugendfrei sind, im Profil eines Nutzers zu finden war. Die Adresse war jedoch noch nicht einmal als Link ausgeführt, musste also zum Aufruf kopiert und von Hand in die Adresszeile des Browsers eingefügt werden.

Der Fall wurde übrigens 25 Minuten nach Eingang bearbeitet und der entsprechende Profilinhalt gelöscht, der Dame wurde geantwortet, dass der Inhalt innerhalb von 30 Minuten gelöscht worden sei und man im Übrigen seit Jahren umfangreiche Jugendschutzmaßnahmen implementiert hätte, aber es eben Grenzen des Machbaren gäbe, sowie, dass man Kinder nicht einfach ins Internet lassen solle, sondern ihnen als Eltern Medienkompetenz vermitteln und sie bei den ersten Schritten ins Internet begleiten solle.

Der Dialog zog sich über mehrere Emails hin, die Dame argumentierte, dass die 30 Minuten, die man vom Eingang ihres Hinweises bis zur Entfernung benötigt habe, viel zu lange und untragbar gewesen sei (auf der Seite war zwischenzeitlich nachweislich kein anderer minderjähriger Nutzer und nur ein anderer Ü18 Nutzer), dass man als Websitebetreiber die Verantwortung für alles hätte, was auf der Seite passiert und man zur Überprüfung aller Inhalte verpflichtet sei (was nicht so ist – siehe TMG §7), sowie dass man mit der Feststellung, dass auch Eltern in der Verantwortung stünden und ihre Kinder bei ersten Schritten im Internet begleiten sollten, seine Kompetenzen überschreiten würde.

Nachdem der Betreiber der Dame argumentativ den Wind aus den Segeln genommen hatte, lautete die Antwort der Dame, dass man sehr schnell reagiert habe, ja alles nicht so gemeint gewesen sei und sie lediglich etwas Mitgefühl erwartet habe.

Ahhh ja.