Archiv für die Kategorie ‘Dienstleister’

Paket-Tracking

Dienstag, 14. Dezember 2010

Immer wieder für Irritationen gut. Paket-Tracking der verschiedenen Anbieter. Einem Otto-Normalverbraucher ist nämlich der Weg eines Paketes durch die verschiedenen Arbeitsabläufe eines Paketzustellers schlicht nicht in allen Details bekannt. Nett ist dann, dass der textlichen Beschreibung, wo sich das Paket zum Zeitpunkt X gerade befindet auch eine Reihe mit Icons und Stichworten beigefügt ist, die die Abfertigungskette symbolisieren. Weniger nett ist es, wenn sich die Begrifflichkeiten dann allerdings in den Texten, die den Auslieferungsstatus beschreiben nicht oder nur unter größerem Rätselraten wiederfinden. Denn dann sind die Icons schlicht für den Allerwertesten.

Beispiele dafür: Hermes, DHL:

Weshalb Facebook massiv Arbeitsplätze in der deutschen Medien- und Werbewirtschaft vernichten wird

Dienstag, 26. Oktober 2010

Neulich erreichte mich ein Tweet, der meine besondere Aufmerksamkeit erregte. Es ging um den Vergleich der größten deutschen Sozialen Netzwerke und deren Entwicklung in den letzten Monaten. Und um dasselbe bei Facebook. Verlinkt war ein Blogeintrag des Schweizers Thomas Hutter, der sich beruflich mit Sozialen Netzwerken beschäftigt.

Dieser hat für seine Betrachtungen die Zahlen von Google Adplanner (ein Mediaplanungstool von Google) der größten deutschen Sozialen Netzwerke mit denen von Facebook verglichen. Nun sind die Zahlen von Google Adplanner sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, denn deren Herkunft ist unklar und Google trifft dazu keine Aussagen. Und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass nicht einmal die Zahlen von Google Analytics (das aktiv in die Webseiten, die es misst eingebunden wird und daher deutlich realistischere Werte erzielt) mit denen von Google Adplanner übereinstimmen.

Was Adplanner aber zweifellos kann, ist (solange Google nicht die Systematik der Datenerhebung ändert)  zweifellos Trends wiederzugeben. Und genau darauf habe ich mich bei der Betrachtung der Analysen von Thomas Hutter konzentriert. Diese zeigen, dass ALLE größeren Sozialen Netzwerke, die er in seiner Analyse betrachtet hat, seit Jahresbeginn 2010 an Nutzer verloren haben – mit Ausnahme von Facebook, das ein fast schon kometenhaftes Wachstum hingelegt hat.

Dramatisch trifft es geradezu die VZ-Netzwerke und MySpace. Am wenigsten mussten Twitter und Youtube Federn lassen.

Wenn man sich dann noch darüber hinaus direkt in Google Adplanner andere Soziale Netzwerke in Deutschland anschaut wird eines klar: Es ist allgemein ein Rückgang zu verzeichnen. Bei manchen mehr, bei manchen weniger. Die regional fokussierten trifft es dabei eher weniger, die größeren Überregionalen trifft es durchschnittlich stärker.

Wenn man nun meinen Beitrag von neulich reflektiert und mit diesem hier gedanklich zusammenführt bleibt eine zentrale Erkenntnis: Facebook zieht “deutsche” PIs von Deutschland nach Amerika. Und damit auch direkt AdImpressions – das sind Einblendungen von Werbebannern.

Auf größeren Webseiten und in sozialen Netzwerken werden die Werbeeinblendungen im Regelfall voll oder zu großen Teilen von sogenannten “Vermarktern” vermarktet. Das sind Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, solche Werbeflächen an Werbekunden in Paketen zu vermitteln und die dafür einen Teil des Umsatzes behalten.

Allen betroffenen Medien und Netzwerken sowie Vermarktern gemein ist, dass durch die sinkenden Werbeeinblendungen und sinkenden Nutzerzahlen auch die Werbeeinnahmen sinken. Und nicht nur das: durch die Reduzierung der Reichweite verliert Werbung der betroffenen Medien zusätzlich an Wert. Das Problem wird sich momentan noch nicht so offenbaren, da in der Werbebranche das mit Abstand stärkste Quartal 4 gerade begonnen hat und hier die Nachfrage das Angebot oft um ein Vielfaches übersteigt. Aber: im Frühjahr wird es dann das böse Erwachen geben, wenn sich die Umsatzzahlen nicht erholen werden und womöglich weiter einbrechen.

Viel beunruhigender dürfte aber eben der Umstand sein, dass die Zahlen im Laufe dieses Jahres nicht überall nur leicht gefallen sind, sondern teilweise ganz dramatisch. Am Beispiel der VZ-Netzwerke am besten zu sehen. Damit gehen diesen und ihren Vermarktern auch genauso dramatisch Umsätze flöten und die Werte für Sonderwerbeformen gehen ebenfalls in den Sturzflug über. Das heisst dann eher kurz- als langfristig, dass auch Arbeitsplätze reduziert werden müssen, weil einfach die Umsätze fehlen, um diese weiter zu finanzieren.

Branchenweit betrachtet bedeutet das, das aufgrund des Erfolgs von Facebook und der weiter zunehmenden Nutzung von Facebook hier in Deutschland in der Werbebranche und in der Medienbranche Arbeitsplätze wegfallen werden. Weshalb sind dann genau diese Branchen, die Branchen, die durch das ständige Erwähnen und Hypen von Facebook dessen Erfolg noch weiter pushen und kostenlose Werbung für Facebook machen? Stehen die Mitarbeiter der genannten Branchen etwa darauf, ihre eigenen Arbeitsplätze zu vernichten?

Hat irgendwie was von Sado Maso. Oder von Selbstverstümmelung.

***

Update : 15:26 Uhr: Thomas Hutter ist Schweizer und heisst nicht Hutterer

Fremder Leute Wochenplanung – oder: Unfreiwillig mitgehörte Telefonate

Freitag, 24. September 2010

Rückkehr an den Rechner nach der Mittagspause. 4 Meldungen des E-Mail-Programms, dass Nachrichten nicht abgerufen werden konnten. Nicht gut. Böses ahnend rufe ich im Browser über 2 Tabs zwei Websites auf. Ewiges warten. Nichts geht. Check des Routers. Nichts blinkt. Zugriff auf den Router zeigt nichts Außergewöhnliches. Pings nach draußen nicht möglich. Also vermutlich ein lokales Problem. Die gesamte Netzwerkkarte deaktiviert und damit auch erstmal den Zugriff auf den Fileserver abgeschnitten. Egal. Netzwerkverbindung reaktiviert. Immer noch nichts. Nach ewiger Suche dann nochmal der Blick auf die Oberfläche des Routers. “Verbindung zum Internet nicht möglich”. Super. Das hätte er auch gleich sagen können. Nunja.

Also per UMTS ins Netz und geschaut, ob auf heise.de etwas über eine Störung bekannt ist. Nope. Also Anruf bei 1&1. Sehr erfreulich: als erstes der Hinweis, dass sich die Supportnummer geändert habe. Von der kostenpflichtigen Nummer in eine normale Festnetznummer (die dank Flatrate nichts kostet).

Erneuter Anruf und erstmal die übliche Warteschleifenansage, nachdem ich mich durch das Menü durchgehangelt habe. Also Lautsprecher ein und was so an Arbeit ohne Zugriff auf das Internet möglich ist, angefangen. Irgendwann nach ca 15 Minuten dann eine Abweichung und auf einmal höre ich jemanden reden. Ich will mich schon melden, da höre ich, wie die Gegenseite mir erzählt, dass sie morgen zu einem Klassentreffen nach Rottweil und am Tag darauf zu einer Beerdigung nach Regensburg müsse. Und der Gesprächspartner möge bitte sich doch um [Knarz, Rausch] kümmern. Daraufhin höre ich ganz entfernt eine Frauenstimme, ohne aber zu verstehen was sie sagt, dann unterbricht das Gespräch auch schon wieder die Warteschleifenmelodie von 1&1. Nach weiteren 20 Minuten fröhlichen wartens bin ich dann endlich dran.

Zuerst werde ich nach meinen Daten befragt, dann schildere ich das Problem. Um dann zu hören “Derzeit kann ich das Problem leider nicht aufnehmen, da unser System zur Störungsaufnahme nicht funktioniert.” – “Können Sie das dann bitte notieren und später eintragen?” -  “Nein, das geht nicht, bitte melden Sie sich später wieder”. Nerv.

Glücklicherweise habe ich noch ein paar Dinge außer Haus zu erledigen, dann kommen die eben nun dran. 3 Stunden später funktioniert der Zugang zwar wieder, eine Großzahl an Websites – unter anderem eigene Portale sind nicht abrufbar… Der Support (40 Minuten Warteschlange) vertröstete mich auf den nächsten Tag – abends.

Am übernächsten Tag ging dann alles wieder. Toll ist das aber nicht, wenn man mehr als einen Tag ohne Suchmaschinen und Zugriff auf eigene Projekte arbeiten soll….

Die Effizienz der Polizei

Dienstag, 24. August 2010

An dieser Stelle zitiere ich einfach mal Udo Vetter: “Polizeiarbeit ist für viele ein Synonym für hochprofessionell und effizient.” Was er danach schreibt, könnte ich hier auch wiederholen. Aber das wäre langweilig.

Von vorne: Irgendwann im Juni fragte bei einem Portalbetreiber eines Internetdienstes eine Dienststelle der örtlichen Polizei nach Bestandsdaten eines Nutzers zur Aufklärung einer angezeigten Straftat an. Die Dienststelle agierte dabei nur (warum auch immer – so viel zum Thema Effizienz) im Auftrag einer weiter entfernten Polizeistelle eines anderen Bundeslandes. Die Auskunft wurde nach Einreichen einer schriftlichen Ermittlungsanforderung erteilt und gemäß der rechtlichen Grundlagen in Rechnung gestellt. Die Rechnung ging an die örtliche Polizeidienststelle, die leitete sie – verständlicherweise – an die Polizeidienststelle weiter, die die Anfrage ursprünglich in Auftrag gegeben hatte. Dort konnte man mit der Rechnung aufgrund des Aktenzeichens, das die Rechnung enthielt (und das von der beim Portal anfragenenden örtlichen Stelle ausgestellt worden war) nichts anfangen und nahm nicht etwa den Telefonhörer in die Hand, um bei den Kollegen vor Ort nachzufragen. Nein.

Vielmehr setzte man einen halbseitigen Brief an das Portal auf, indem man darauf hinwies, bereits eine Rechnung (die sich um eine Auskunft einen völlig anderen Datensatz betreffend, gedreht hatte) beglichen zu haben, und man daher die weitere Rechnung nicht ohne Begründung begleichen könne, um die hiermit gebeten werde. Das Ganze noch mit ein wenig drumherum garniert.

Der Portalbetreiber rief daraufhin dort an und teilte mit, dass es um eine andere Sache ginge als die in der ersten Rechnung. Daraufhin kam dann zutage, dass diese zweite Rechnung von dem Polizisten keinem Fall zugeordnet werden könnte – mangels Aktenzeichen, da das auf der Rechnung enthaltene von der anderen Polizeidienststelle ausgestellt worden sei und er nicht wisse, worum es in dem Fall ginge. Er bat dann noch darum, dass der Portalbetreiber ein Schreiben an ihn aufsetzen möge, indem der Portalbetreiber darum bitten würde, dass die Polizeidienststellen sich untereinander kurzschliessen würden, um den Sachverhalt zu klären und die Rechnung den richtigen Akten zuzuordnen.

An dem Punkt wurde es dem Portalbetreiber dann zu bunt und er rief die andere örtliche Dienststelle an. Dort konnte man ihm dann nach vielem Suchen das Aktenzeichen der entfernten Polizeistelle nennen. Erneuter Anruf dort stiftete noch mehr Verwirrung. Man habe doch Kopien der Akten an “Sie” (den Portalbetreiber) übersendet (bitte was?!?) und er wisse doch Bescheid.

Der Portalbetreiber liess sich nicht beirren, nannte das Aktenzeichen und bat darum, nachzusehen. Irgendwann gab der Polizist resigniert auf und meinte: “Also gut, wir bezahlen die Rechnung, das ist es doch nicht wert, da ewig rumzumachen” (da kam dann die Effizienz…)

Der Marktbegleiter

Donnerstag, 12. August 2010

Anruf.

“Guten Tag, wir sind Firma XZY und bieten den Service 123 an.”

Antwort: “Äh schön, dass sie das tun. Weshalb teilen Sie mir dieses mit? Ich biete meinen Kunden diesen Service auch an.”

“Ja, das wissen wir, daher dachten wir, dass wir Ihnen unser Angebot kommunizieren”

WTF??? – “Ah ok. Äh ja.”

“Ja, unser Angebot wird trotzdem gerne auch immer wieder von Marktbegleitern genutzt, weil es die 24-Stunden-Garantie gibt”

Aha. Das ist in dem Bereich aber schlicht nicht vonnöten und völlig uninteressant. Und wenn es nötig wird, dann kann man das auch selbst in 24 Stunden problemlos für seine Kunden erledigen.
“Danke. Aber ich habe keinen Bedarf daran”

“Darf ich Ihnen dann unseren Newsletter zukommen lassen?”

Wird ja noch doller – “Danke, dafür habe ich keinen Bedarf”.

Immerhin – kreative Idee, die Marktbegleiter aus dem Weg zu räumen….