Anfang des Jahres lief mir der Tarif O2on über den Weg. Richtig. Nicht: O2o, der Tarif mit dem “Kostenairbag”, sondern ein neuer, anderer Tarif. O2on: Flatrate in alle deutschen Netze, limitierter Internetzugang mit Pauschalabrechnung (als “Flatrate” verkauft, nach 300MB wird aber die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt) für 29 EUR netto. Fein. Genau das was ich suchte zu einem – naja – akzeptablen Preis.
Also Anruf bei der kostenlosen Geschäftskunden-Hotline. Dort dann die schlichte Auskunft, dass weder Rufnummermitnahme noch ein Wechsel von einem bestehenden Vertrag auf diesen Tarif möglich sei. Der Tarif sei ausschliesslich für Neukunden gedacht. Die Mitarbeiterin erklärte mir ausserdem, dass ich nicht der Erste sei, mit diesem Wunsch und man bereits an einer Lösung dafür arbeiten würde. Sobald diese verfügbar sei würde man mich kontaktieren, wenn ich dieses wünschen würde. Ich wünschte.
Heute dann der Anruf der O2-Geschäftskundenhotline: “Guten Tag, Sie hatten sich bei uns wegen O2on gemeldet. Der Tarif war damals für Sie noch nicht verfügbar. Inzwischen ist er es. Sie erhalten für 42,50 EUR netto im Monat …”. Da das ganze bereits ein paar Monate her war, hatte ich den Preis nicht mehr exakt im Kopf, aber 42,50 erschien mir deutlich zu hoch. Also während des Telefonats direkt auf die Website. Und was grinst mich dort an? 29 EUR. Auf meinen Einwand, dass die Website 29 EUR kommunizieren würde kam: “Ja, das ist richtig, aber das gilt ja für Neukunden.”
Aha. Man benachteiligt also die Bestandskunden im Vergleich zu den Neukunden. Will man so dringend Kunden loswerden? “Aber auf Kulanz können wir Ihnen diese 29 EUR anbieten. Wir dürfen diesen Preis nur nicht von uns aus offerieren sondern diesen nur auf Nachfrage anbieten”. Oha. Also nicht nur eine Benachteiligung der Bestandskunden, sondern eine klare Verarschung dieser.
Sorry O2, aber was bitte ist das für ein Geschäftsgebaren? Es kann den Kunden egal sein, wenn ihr es nicht gebacken bekommt, einen Tarif einzuführen und dabei zu berücksichtigen vergesst, dass der auch für Bestandskunden attraktiv sein könnte. Und es darf die Bestandskunden auch nicht mehr kosten, wenn durch eine spätere Änderung zusätzliche Kosten entstehen (Zitat: “Ja, aber wir haben durch die Ausweitung des Tarifs auf Bestandskunden hohe Kosten”).
Die guten und beispielhaften Aktivitäten von O2 in Sachen Kundenbetreuung der Geschäftskunden via kostenloser Hotline, kompetenten Mitarbeitern, Betreuung via Twitter etc. helfen nicht, solche Scharten wieder auszuwetzen….
Ich sehe keine Verasche, sondern normale Neukundenwerbung. Kannst froh über das Kulanzangebot sein
Es ist also in Ordnung für dich, wenn man als Bestandskunde dauerhaft knapp 150% dessen bezahlt, was ein Neukunde bezahlt?
Wir reden nicht davon, dass das ein paar Monate lang so ist, sondern dauerhaft.
Und sobald man danach frägt, bekommt man auch als Bestandskunde den günstigeren Tarif – die die nicht danach fragen, sind dann die dummen. Wie muss sich so ein Kunde, der am Telefon quasi ohne vorherige zeitnahe Information damit konfrontiert wird und dem womöglich zustimmt denn später vorkommen, wenn er noch auf die Website geht und den Preis dann sieht? Ein gutes Bild wird der dann sicher nicht mehr von o2 haben.
Mit solchen Aktionen versaut man sich ganz schnell den guten Ruf.
Wir reden hier übrigens nicht von irgendwelchen Kunden, sondern von den Geschäfftskunden von o2….